60er Jahre


Nur wenige Veränderungen

Während die fünfziger Jahre für das Haus Blankenstein vom Reiz des Neuen und vom Beginn einer neuen Dimension gewerkschaftlicher Bildung bei der Deutschen Postgewerkschaft geprägt sind, stehen die sechziger Jahre eher unter dem Zeichen der Etablierung und Konsolidierung. Große und grundsätzliche Veränderungen gibt es nicht. Die Mitglieder und Funktionäre sind stolz auf ihr Haus. Das zeigt die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Von zum Beispiel Oktober 1968 bis Juni 1969 sind das 999 Mitarbeiter / Mitarbeiterinnen und Mitglieder (Gewerkschaftliche Praxis, Nr. 12, Jg. 14/1969, Seite 293). Auch Veranstaltungen im Haus Blankenstein, die nicht Schulungen sind und einige Artikeln zum Beispiel in der Mitgliederzeitschrift Deutsche Post zeigen die tiefe Verbundenheit mit dem Haus Blankenstein.

 

Zwei wichtige Veränderungen gibt es aber doch.

  • Am 02. März 1964 wird das Jugendbildungs- und Freizeitheim der DPG in Scheidegg im Allgäu eröffnet (siehe: 30 Jahre Deutsche Postgewerkschaft aus der Sicht der Kongresse und Bundeskonferenzen 1949 – 1979, Seite 537). Das hat zur Folge, dass ab diesem Zeitpunkt im Haus Blankenstein keine Jugendschulungen mehr durchgeführt werden. Diese Kapazitäten werden für andere Belegungen (Schulungen, Tagungen usw.) frei. Die Jugend der Deutschen Postgewerkschaft kann auf Bundesebene viele Jahre lang über ein eigenes Haus verfügen.
  • Der öffentliche Restaurationsbetrieb im Haus Blankenstein wird, genauso wie in den anderen Erholungsheimen der deutschen Postgewerkschaft, ab 01. Januar 1963 aus steuerlichen Gründen eingestellt. Den Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister von Gladenbach, Karl Waldschmidt, gefällt die Schließung der öffentlichen Gaststätte gar nicht. Ihre Einrichtung war ja ein wichtiger Grund für den Verkauf des Grundstückes an die Deutsche Postgewerkschaft. Damit sollte der Fremdenverkehr angekurbelt werden. In einem Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Postgewerkschaft gibt der Bürgermeister seiner Enttäuschung Ausdruck und weißt deutlich auf den günstigen Grundstückspreis und andere Vergünstigungen hin. Das gute Verhältnis zwischen der Stadt Gladenbach und der Deutschen Postgewerkschaft scheint stark gestört zu sein. In seinem Brief zeigt der Bürgermeister aber auch ein gewisses Verständnis. Er bietet ein persönliches Gespräch an, verbunden mit der Hoffnung, dass, quasi als Entschädigung, die Bebauung einer an das Grundstück angrenzenden Parzelle ermöglicht werde. Was dann ja auch geschieht. Ob das persönliche Gespräch stattgefunden hat, wissen wir allerdings nicht.
    Für die Mitglieder der Deutschen Postgewerkschaft und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an Schulungen besteht der Restaurationsbetrieb selbstverständlich weiter.